Schottlandurlaub mit Ela im Oktober 2001

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08.10.2001

    Heute hat sich der nächtliche Regen auch auf den Tag ausgedehnt - das bedeutet bummeln durch Portree und shoppen. Wir besorgen neue Filme, suchen bei den freundlichen Herren in der Tourist Information nach Kalendern, Karten und kleinen Mitbringseln und werden im Skye Batics Shop herzlich mit einem Kaffee begrüßt. Anschließend noch das Aros Center, einen Kaffee und auch der Regen hat inzwischen aufgehört. Wir beschließen einen Spaziergang zum "Black Rock" - packen uns trotz allem wetterfest ein (man kann nie wissen), lassen die Kameras zu Hause und ziehen los. Wir schlendern wieder mit der für uns schon typischen Haltung - entweder gebückt oder auf Knien - am Strand entlang und suchen Muscheln. Es ist Ebbe und Ela nutzt die Gelegenheit und klettert zum "Black Rock" hinüber - mir ist das zu rutschig und glitschig - ich sitze derweil auf der Bank und passe lieber auf daß nix passiert! Wir entdecken in der Bucht vor der Fischfarm zwei spielende Seehunde und lassen uns am Wasser nieder um sie zu beobachten - ganz nah kommen sie heran und plötzlich krabbelt vor uns ein Fischotter aus dem Wasser und wuselt über die Steine und verschwindet hinter uns im Gebüsch - wir sind beeindruckt, verspeisen ein paar Haferkekse und machen uns wieder auf den Heimweg - trotz  Regen - ein erlebnisreicher Tag!

09.10.2001

    7.30, die Sonne lacht und wir begrüßen den neuen Tag - nach dem Frühstück ziehen wir gut gerüstet und unternehmungslustig los - heute soll es endlich zu Coral Beaches gehen. Auf dem Weg dorthin entdecken wir bei einem kleinen Picknick hinter Dunvegan Castle viele Seehunde, eine freundlich vor sich hingrasende Cattle Herde und natürlich die überall herumlaufenden und bevorzugt mit dem Popo auf der Straße liegenden Schafe. Sehr früh erreichen wir den Parkplatz und sind mal wieder ganz unter uns - wir freuen uns, packen die nötigsten Dinge in den Rucksack und los gehts - immer wieder bleiben wir mit der Kamera natürlich an Büschen, Bäumen, Disteln und flechtenbewachsenen Felsen hängen, aber schließlich erklimmen wir doch die letzte Klippe und da liegt er in der Ferne vor uns - der glitzernde weiße Strand von Coral Beaches - pünktlich ist die Sonne wieder da und wir sind ganz hin und weg vom trükisblauen Wasser und dem weißen Strand! Dieser Strand besteht nicht aus Sand wie wir ihn kennen - nein aus abermillionen kleinen Korallenstückchen und man findet dort allerhand Muscheln und die überall üppig wachsenden Algen (Bladderwrack). Dort treiben wir uns auch Stunde um Stunde herum und wollen garnicht mehr weg, meistens bewegen wir uns wieder in der für uns typischen Haltung - und wir genießen einfach das schöne Wetter und diese beeindruckende Natur! Ich behalte so ein wenig die Uhrzeit im Auge (würde ich das nicht ab und zu tun, dann würde Ela wahrscheinlich jetzt noch ganz entzückt dort herumkrabbeln) und mahne denn auch zum Aufbruch - wir wandern gemächlich zurück - der Himmel beschenkt uns auf dem Rückweg mit immer neuen unglaublichen Szenerien und nach einem kleinen Picknick am Auto gehts wieder Richtung Dunvegan Castle - dort entschließen wir uns ganz spontan uns mit dem kleinen Bootchen zum Sealwatching schippern zu lassen - die Lady an der Kasse versichert uns, daß sich zur Zeit ganz außergewöhnlich viele Seals im Loch Dunvegan tummeln - wir sind gespannt! Der wortkarge schottische Skipper nimmt uns an Bord und tuckert los - und in der Tat 5 Minuten später tuckern wir ganz leise und langsam an hunderten von Seals vorbei, die einzigen Geräusche sind das gelegentliche "Platsch" wenn einer sich ins Wasser fallen läßt oder ein gelegentliches lautes Grunzen und natürlich meine überlaut klickende Kamera - eine tolle Fahrt und wir sind sehr begeistert - der richtige Abschluß für diesen wunderschönen Tag!

    Auf dem Heimweg machen wir noch einen Abstecher über Roag Island und klettern dort wieder über allerlei Felsen und finden auch dort wieder die seltsamsten Arten von Kelp und Sugarkelp und sind sehr beeindruckt über die Muscheln und Schnecken, die überall auf den Felsen wachsen.

10.10.2001

    Wie immer brechen wir früh morgens auf - heute wollen wir endlich nach Elgol hinunter - das Wetter ist durchwachsen - aber wie immer sind wir optimistisch! Und tasächlich in Sligachan erwartet uns diesmal Sonnenschein, so daß wir hier zum ersten Mal anhalten und ein wenig ins Gelände marschieren und diese grandiose Szenerie mit Marsco und einer Kette der Black Cuillins genießen. Auf der Weiterfahrt bemerke ich, daß an den Straßengräben heftig ausgebaggert wird - das verheißt nichts Gutes - immer wenn ich diese Arbeiten beobachten konnte hat es am nächsten Tag "cats and dogs" geregnet. In Broadford tanken wir und treffen dort einen Schotten, der aussieht als sei er der Hamish und direkt aus "Braveheart" entsprungen :-) - wir brechen auf nach Elgol und begeben uns auf eine der abenteuerlichsten Single Track Roads von Skye - wahrlich es ist eine "long and winding road" nach Elgol - aber völler Schönheiten der Natur! Der erste Halt gilt natürlich meinem Lieblings-Graveyard auf Skye - Cill Criosd. Dort treiben wir uns eine Weile herum, ich bedaure ein wenig, daß sie dort überall neue Zäune gezogen haben, die die Schafe nicht mehr einfach überspringen können, schade ich fand es sehr idyllisch als die Schafe noch zwischen den alten Grabsteinen und den Mauern der Kirchenruine herumgrasten. Ich entdecke wieder einmal Neues, alte Grabsteine haben es mir ja sowieso angetan, und halte mich diesmal lange bei diesem Efeu mit der mächtigen Wurzel auf, das mich immer wieder fasziniert - wie alt es wohl sein mag? Wir reißen uns los und weiter geht es Richtung Elgol - wir umrunden Loch Slapin vor der mächtigen Kulisse des Bla Bheinn, sehen daß die "Bella Jane" dort an ihrem Ankerplatz dümpelt -nun ich hatte mich damit abgefunden, daß ich auf diesem Wege auch dieses Jahr nicht zum Loch Coruisk kommen würde! Aber wir haben uns vorgenommen diesen "wildesten und schönsten See Schottlands" nächstes Jahr im Mai zu erwandern!

    Wir erreichen Elgol und ich stürze mich todesmutig die kurvige Single Track mit 25% Gefälle hinunter zum Strand. Dort angekommen bietet sich uns eine unglaubliche Szenerie - stürmisch peitscht das Meer gegen die Pier und dramatisch dunkle Wolken hängen über den Black Cuillins - einfach atemberaubend! Wir stärken uns zuerst mit einem kleinen Picknick und brechen dann auf und klettern über große und kleine völlig rund gewaschene Steine über den Strand, entdecken dort eine große gestrandete Krabbe und klettern völlig fasziniert auf den Felsen am Wasser herum und lassen uns von der Gischt naßspritzen - immer wieder kommt jetzt die Sonne hervor und ich nähere mich völlig überrascht dem mächtigen Felsen von Elgol - bei näherer Betrachtung sieht dieser mächtige Steinbrocken tatsächlich aus wie ein schweizer Käse - nein eigentlich eher wie ein Schwamm - unglaublich! Die Kinder in der Schule am Strand haben gerade Pause und tollen im Garten herum - so eine Schule mit dieser Kulisse hätte ich mir auch gewünscht! Schwer können wir uns wieder losreißen, aber schließlich brechen wir doch auf und stoppen unterwegs an einem verwitterten Holzschild auf dem es heißt: "Footpath to Camasunaray and Sligachan". Wir schauen auf die Uhr und beschließen einen Versuch zu wagen - wir haben keine Ahnung wie weit es bis Camasunaray sein mag - das Gelände sieht freundlich und hügelig aus und ein steiniger Pfad schlängelt sich die sanften Hügel hinauf bis zu einer Kuppe. Wir wagen es, überprüfen unsere Vorräte und packen die restliche Schokolade und Wasser ein und marschieren los!

    Ich behalte die Uhr immer im Auge, denn schließlich müssen wir den Weg ja auch wieder zurück und ab 19.00 Uhr wird es ja bereits dunkel. Wir erreichen die erste Kuppe und sehen vor uns genau das, was wir gerade hinter uns gebracht haben und marschieren mutig weiter - oben angekommen das gleiche Bild, nur daß jetzt die Spitze des Bla Bheinn über der nächsten Kuppe aufragt. Wir durchqueren einen Bach, der sich seinen Weg über den Pfad gesucht hat und legen eine kleine Rast inmitten blühender Heide und gurgelndem Wasser ein. Beim weitergehen treffen wir auf eine Cattle Herde, die sich auf und um den Weg tummelt und mitten auf dem Weg steht uns misstrauisch beäugelnd ein riesiger schwarzer Bulle - wir  nehmen an, daß es einer ist, denn wir trauen uns nicht ihn oder sie? genauer anzuschauen und mogeln uns irgendwie an ihm/ihr? vorbei! Uff geschafft - ich beobachte weiterhin die Uhr und den Himmel - mächtige schwarze Wolken schieben sich von Westen her zusammen. Aber auch am Ende dieser Kuppe haben wir das übliche Bild ein sanft sich die Hügel hinaufschlängelnder Weg und der Bla Bheinn steht jetzt schon groß und mächtig über dem Hügel. Natürlich werden wir jetzt nicht aufgeben und umkehren, schließlich sind wir sehr neugierig was uns wohl hinter dieser Kuppe erwartet - wieder eine nächste oder endlich der Blick auf die Bucht?? Ela ist wie immer schneller als ich und bereits oben und meine Frage "was siehst Du?" beantwortet sie diesmal nur mit einem breiten Grinsen - ich beeile mich auf dem letzten Stück und oben angekommen habe ich dann auch dieses AHA-Erlebnis - da liegt sie tief unter uns - die Bucht von Camasunaray und wir sind von der Szenerie rings um uns völlig überwältigt!! Der mächtige Bla Bheinn liegt rechts von uns, den Marsco mit seiner typischen Flanke sehen wir jetzt von seiner anderen Seite und uns gegenüber liegt die mächtige Kulisse der Black Cuillins. Wir lassen uns auf einem Fels nieder, knabbern unsere letzten Haferkekse und die letzte Schokolade und genießen einfach nur was wir sehen - hier möchten wir am liebsten nie wieder weg! Aber ein Blick in den Himmel und auf die Uhr sagt uns, daß wir uns auf den Rückweg machen müssen und so verlassen wir schweren Herzens diesen wunderbaren Ort! Auf dem Rückweg marschieren wir zügig voran, immer die scharzen Wolken im Nacken und auf einmal auch wieder unseren schwarzen Freund vor uns auf dem Weg - der steht immer noch dort, hat inzwischen ein paar wohlduftende Kuhfladen mehr dort abgelegt und beäugelt uns genauso misstrauisch wie auf dem Hinweg. Aber wir schleichen uns wieder todesmutig an ihm/ihr? vorbei und erreichen mit Einbruch der Dunkelheit unser Auto. Schnell spurten wir um 19.30 noch in Broadford in den Supermarkt, kaufen fürs Abendessen und machen uns auf den Heimweg nach Portree. Nach dem Abendessen schaffen wir dann gerade noch einen letzten Whisky und fallen todmüde ins Bett!!

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